Entwicklungstrauma- Heilen „Die Serie“

Kampf oder Flucht!

Diese Blogartikel-Serie bezieht sich auf das Thema Entwicklungstrauma. Ich werde erklären wie es zustande kommt und welche Auswirkungen es auf deinen Alltag haben kann und was in deinem Körper vorgeht.

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Da ich mit Frauen arbeite werde ich hier auch die weibliche Form bevorzugen. Natürlich ist es nicht geschlechtsgebunden und auch viele Männer leiden unter einem Entwicklungstrauma.

Was ist überhaupt ein Entwicklungstrauma?

In meinem Blogartikel „Was ist ein Entwicklungstrauma?“ bin ich schon darauf eingegangen.

Hier nochmal ein kurzer Einblick:

Unter Entwicklungstrauma versteht man frühe Verletzungen als Baby bis ins Jugendalter.

Immer mehr Frauen leiden lange und wissen nicht weshalb.

Sie haben Schwierigkeiten:

  • in der Beziehung
  • mit ihren Kindern (Kommunikation, Verständnis, Grenzen ziehen, Wut, Überforderung, Spieglung)
  • im Beruf
  • sind unglücklich bis hin zu Depressionen
  • Angstzuständen
  • chronische körperliche Verspannungen
  • sie suchen den Sinn in ihrem Leben

Oft scheint oberflächlich gesehen alles in Ordnung. Trotzdem suchen sie nach dem Grund ihrer Unzufriedenheit und der inneren Einsamkeit.

Rückblickend finden viele Frauen ihre Erfahrungen und das Erlebte aus der Kindheit als nicht so dramatisch. „War halt eben so!“ Und doch hat es in Wahrheit eine große Bedeutung und oft sehr prägende und andauernde Auswirkungen auf sie.

Entwicklungstraumata entstehen durch die Art, wie unsere Eltern mit uns als Kinder umgegangen sind. Zum Teil waren unsere Eltern unwissend, überfordert, vielleicht sogar psychisch krank oder einfach nur abwesend (abwesend im körperlichen und / oder emotionalen Sinn). Darüber hinaus können auch schon Begebenheiten während der Schwangerschaft oder bei der Geburt Spuren im sich bildenden Nervensystem des Säuglings hinterlassen.

Wir sind heute die Summe unserer Erfahrungen. Wir bestimmen unser Handeln und unser Erleben aus dem was uns selbst während unseres Lebens widerfahren ist. Und weil wir uns nicht an alles explizit erinnern, ist uns manches, was uns scheinbar „automatisch“ passiert, heute überhaupt nicht klar.

Flucht und Kampf

Die Kampf-oder-Flucht-Reaktion beschreibt die rasche körperliche und seelische Anpassung von Lebewesen in Gefahrensituationen als Stressreaktion. Diese Lebensnotwendige Reaktion, sofort auf Gefahren zu reagieren ist uns erhalten geblieben von früheren Zeiten, als wir noch Jäger und Sammler waren.

Stellen wir uns eine vermeintliche Gefahrensituation vor:

Du bist abends alleine, es wird schon dunkel, in einer einsamen Gasse auf dem nach Hause Weg. Plötzlich hörst du ein Geräusch. Nun folgen ganz bestimmte körperliche Reaktionsabläufe in dir.

  1. der Schreckreflex – Du zuckst zusammen – und beugst dich
  2. dann fängst du an dich zu orientieren – was bedeutet du machst dich groß und streckst dich – du hörst nun genau hin, woher kommt dieses Geräusch

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Wenn Du davon ausgehst, dass es sich um eine tatsächliche Gefahr handelt, passiert folgendes in deinem Körper:

  1. dein Körper schaltet sofort um um auf Alarmreaktion
  2. das Gehirn veranlasst, dass durch Nervenbahnen des vegetativen Nervensystems Impulse an das Nebennierenmark gesendet werden, die dort eine schlagartige Freisetzung von Adrenalin bewirken, das unter anderem das Herzminutenvolumen, die Körperkraft (Muskeltonus) und die Atemfrequenz erhöht. Bei einer Dauerbelastung werden zusätzlich stoffwechselfördernde Hormone wie Cortisol von der Nebennierenrinde ins Blut abgegeben, da das Adrenalin zwar sofort, aber nur für kurze Zeit wirksam ist. Diese Reaktionen liefern die Energie für überlebenssicherndes Verhalten. (Wikipedia)
  3. Diese körperliche Reaktionen gehen so schnell, dass du keinen Einfluss darauf hast
  4. In diesem Moment übernehmen sehr alte Anteile das Kommando, du hast keine Chance das mit dem willentlichen Verstand zu beeinflussen

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Im besten Fall stellt sich heraus, puuhhh, das Geräusch kam von einer Katze! Jetzt fährt der Körper wieder runter, das Adrenalin wird abgebaut und du bekommst ganz weiche Knie, bist plötzlich total müde und erschöpft. Und du hast das große Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit.

Im schlechten Fall ist die Gefahr real, dann passiert folgendes: Du rennst was das Zeug hält

Leider wirst du eingeholt, dann entscheidet sich dein Urinstinkte für eine von zwei Alternativen: Kampf oder Erstarrungsreaktion/ Ohnmacht.

Im Falle der Erstarrungsreaktion oder sogar Ohnmacht, spaltet sich der Geist vom Körper. Das nennt man Dissoziation.

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Warum erzähle ich dir das alles?

Es ist sehr wichtig für dich, damit du verstehst was in dir vorgeht, zum Beispiel bei Ängsten, Panikattacken, Dauerstress. Und warum du dich in manchen belastenden Situationen so abgeschnitten von dir selbst fühlst.

Dein Körper und dein Geist haben aus längst vergessenen Situationen aus deiner Kindheit diese körperlichen Reaktionen abgespeichert. Und sobald im Erwachsenenleben eine auch offensichtliche harmlose Situation entsteht, die dieser alten Erfahrung ähnelt, wird dein Körper reagieren. Mit Dissoziation, mit einer Stressreaktion.

Eine Traumatisierung bedeutet im Grunde, dass der Körper nicht mehr aus einer Schreckreaktion herausfindet, die ein bestimmtes Ereignis ausgelöst hat, sondern darin verharrt.

Wenn du also in deiner Kindheit seelischen oder auch körperlichen Schmerz erlitten hast, wird dies in deinem Körper abgespeichert. Auch wenn du dich überhaupt oder nur vage an das Ereignis erinnerst, dein Körper und deine Seele tun es.

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Ein Beispiel: Wenn deine Eltern täglich Streit hatten und du sehr darunter gelitten hast, was Kinder immer tun, so hattest du auch damals eine körperliche Reaktion darauf. Und zwar genau die selben wie oben im Artikel beschrieben.

  1. du weißt genau, wann dein Vater nachhause kommt, du hörst schon die Haustür aufgehen – dein Körper geht auf „Schreckreflex“.
  2. Jetzt geht der Streit gleich los – dein Körper streckt sich und du fängst an zu hören, ob es vielleicht nur eine normale Unterhaltung sein könnte!
  3. Du kannst weder Kämpfen noch kannst Du fliehen – also wird dein Körper steif – Schockstarre (Dissoziation) tritt ein.

Wie wirkt sich das heute aus? Du erlebst im Erwachsenenleben einen Streit, du bekommst sofort Angst, die selben Symptome in deinem Körper machen sich bemerkbar, du steckst fest, einfach fest und bist unfähig einen klaren Gedanken zu fassen.

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Diese körperlichen Reaktionen und die Abspaltung vom Körper beeinflussen dein ganzes Leben. Bis du bereit bist hinzuschauen, dann kann Heilung entstehen.

Deine Ängste, die Depressionen, Schlafstörungen und vieles mehr ist abhängig davon, was du in deiner Kindheit erlebt hast.

Ich begleite dich gerne in deinem Prozess der Heilung. 🕊💖

Meine Spezialgebiete sind Entwicklungstrauma-Heilen, Arbeit mit dem inneren Kind, Systemische Therapie und Körperpsychotherapie.

Ich biete zusätzlich Online-Coaching an und demnächst wird es ein

Frauen-Transformations-Coaching geben, welches 4 – 6 Wochen am Stück gehen wird.

In der nächste Folge geht es um das Thema: Entwicklungstrauma und Selbstregulation.

Möchtest Du mehr darüber erfahren? Dann abonniere meinen Newsletter unter www.iris-albert.de

Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag🌹

Herzliche Grüße von mir an dich. ❤

Iris Albert „ Der Herzenspfad für Frauen“ 💕